Liberianisches Register fordert verschärfte Seemanns-Kontrollen bei steigendem Sanctions-Risiko

Liberianisches Register fordert verschärfte Seemanns-Kontrollen bei steigendem Sanctions-Risiko

Das Liberianische Register hat zu verstärkten Compliance-Rahmen für Seeleute aufgerufen, da sich die globale Sanktionsdurchsetzung intensiviert und wachsende Risiken für Schiffe mit Besatzungen aus sanktionierten Rechtsordnungen entstehen. Der weltgrößte Flaggenstaat gab diese Woche eine Leitlinie heraus, die warnt, dass unzureichende Überprüfungsverfahren Betreiber Festhaltungen, Geldstrafen und Charterparty-Streitigkeiten in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld aussetzen könnten.

Die Empfehlung folgt einem 40%igen Anstieg der Hafenstaatkontrollen-Festhaltungen im Zusammenhang mit Besatzungsdokumentations-Unregelmäßigkeiten in den letzten 18 Monaten, mit besonderer Kontrolle von Schiffen, die russische oder belarussische Staatsangehörige beschäftigen. Jüngste Durchsetzungsmaßnahmen in europäischen Häfen zielten auf Schiffe ab, bei denen Besatzungsmitglieder eine doppelte Staatsbürgerschaft besaßen oder zuvor bei sanktionierten Unternehmen beschäftigt waren, was operative Verzögerungen von durchschnittlich 72 Stunden pro Inspektion verursachte.

Unter liberianischer Flagge fahrende Schiffe repräsentieren fast 18% der globalen Tonnage, was die Position des Registers in der internationalen Schifffahrt einflussreich macht. Die Leitlinie betont Vor-Bord-Verifizierungsverfahren und verbesserte Aufzeichnungsanforderungen, was breitere Branchenbedenken über Compliance-Kosten widerspiegelt, die seit der Ausweitung der Sanktionsregime nach Russlands Invasion der Ukraine jährlich um schätzungsweise 15% steigen.

Die Umsetzungszeiten bleiben freiwillig, obwohl das Register andeutete, dass verbesserte Compliance-Rahmen für risikoreiche Handelsrouten bis zum zweiten Quartal 2024 obligatorisch werden könnten. Branchenverbände haben um Klarstellung über spezifische Dokumentationsanforderungen gebeten, wobei die endgültige Leitlinie vor der nächsten IMO-Ausschusssitzung für maritime Sicherheit im Mai erwartet wird.